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Katharina Weirauch: Mit Typ-1-Diabetes durch die Corona-Krise

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Wie haben Sie die Corona-Krise erlebt, als es losging? Und wie fühlen Sie sich jetzt damit, wo alles schon ein wenig routinierter zugeht? Stellt man diese Fragen zehn Menschen erhält man mit größter Wahrscheinlichkeit zehn verschiedene Antworten von ängstlich bis cool. Persönliche Unterschiede hin oder her – Verunsicherung und eine gewisse Sorge haben sicher alle früher oder später gespürt, oder spüren sie noch. Menschen mit Diabetes haben gar keine andere Wahl, als diese Ausnahmesituation sehr ernst zu nehmen. Schließlich zählen sie zur Corona-Risikogruppe und sind zudem auf soziale Kontakte angewiesen: Regelmäßige Arztbesuche, Apothekengänge, Unterstützung von Verwandten und Freunden … Nicht nur das Virus selbst, sondern auch die damit verbundenen Begleitumstände können es für Diabetes-Patienten nach wie vor schwer machen, Coolness zu bewahren.

Besonders wichtig? Ausreichende Versorgung mit Diabetes-Bedarf!

Was also wird wohl ein Mensch mit Diabetes auf die eingangs gestellten Fragen antworten …? Wie hoch ist das „gefühlte“ Risiko? Wie groß sind die Ängste rauszugehen, um andere Menschen oder den Diabetologen zu treffen? Die Autorin und Bloggerin Katharina Weirauch – selbst Diabetes-Patientin Typ 1 und Dexcom G6 Verwenderin – hat uns Einblick in ihre Gefühlswelt seit Beginn der Krise gewährt.

„Ich sehe mich selbst durchaus als Risikopatientin und war und bin sehr vorsichtig.“ Deshalb hat Katharina Weirauch sich auch Ende Februar für eine freiwillige Selbst-Quarantäne entschieden. Vor allem wichtig war ihr dabei ausreichende Versorgung: „Ungefähr zwei Wochen, bevor die Lage kritischer wurde, hatte ich meine Quartalslieferung mit Hilfsmitteln geordert, da ich auch in normalen Zeiten gerne ein gewisses Backup habe. Dazu gehörte auch mein normaler Insulinbedarf, den ich dann aber nochmal aufgestockt habe. Darüber hinaus habe ich – zum Glück rechtzeitig – Desinfektionsmittel bzw. Alkoholtupfer gekauft, um für meinen regulären Bedarf, wie zur Setzstellendesinfektion vorzusorgen. Kurze Zeit später war dann nichts mehr davon zu bekommen. Wichtig war für mich auch Traubenzucker- und Knäckebrot-Shopping, um auf jeden Fall Kohlenhydrate im Haus zu haben.“

Die schönen Seiten? You never walk alone!

„Nach der ersten Grundversorgung hat meine Mutter weitere Großeinkäufe übernommen, und über eine Freundin habe ich  regelmäßig eine regionale Obst- und Gemüsekiste bekommen. Hilfreich in der ganzen Zeit war auf jeden Fall, dass ich bei Fragen und Problemen meine Diabetesberaterin grundsätzlich – auch schon vor Corona – per Mail erreiche. Deswegen habe ich mir auch keine Sorgen gemacht, plötzlich mit irgendetwas alleine dazustehen. Was auch wirklich sehr cool war und mir große Sicherheit vermittelt hat, war, dass es von Dexcom eine zur üblichen Versorgung vorgezogene Lieferung der Sensoren gab.“

Und was war besonders schwierig in der Zeit der Quarantäne?

„Die größte Quarantäne-Falle ist für mich die Ernährung. Ich bin sowieso eine sehr emotionale Esserin und gönne mir gerne etwas Kleines bei Stress, zur Belohnung, aus Langeweile oder auch um mich abzulenken. Psychisch war die Zeit oft herausfordernd, obwohl ich Alleinsein kenne, da ich von Zuhause aus arbeite. Klar haben mir auch manchmal die Highlights im Alltag gefehlt, aber ich sehe die Lockerungen kritisch. Für (gefühlte) Risikopatienten wie mich scheint es nach wie vor nicht ideal, sich in ein Café zu setzen oder wieder shoppen zu gehen. Der Ausnahmezustand ist ja noch nicht vorbei. Die Verantwortung für mich und andere spielt eine große Rolle bei der Abwägung, wann die Zeit gekommen ist, wieder Freund*innen zu treffen.“

Quellen:

 

LBL019660 Rev001

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